Sektion Gäu-Schwarzwald - Abschluss der Prüfungssaison
Die Sektion Gäu-Schwarzwald beendete die diesjährige Prüfungssaison 2011 am Samstag, dem 22.10.2011 mit einer Vielseitigkeitsprüfung ohne Spurlaut im Revier Nagold auf dem Killberg. Bei bewölktem Himmel und kühlem, aber trockenem Wetter stellten sich vier Gespanne dieser anspruchsvollen Prüfung.
Die Prüfungsteilnehmer trafen sich um 8 Uhr im Naturfreundehaus in Nagold am Rande des Prüfungsreviers. Nach einem gemütlichen Frühstück und der Begrüßung durch den Revierpächter, stellvertretenden Sektions- und Prüfungsleiter Alfons Winzenhörlein und das Richterkollektiv mit Günter Madlener als Richterobmann, assistiert von Christl Oelßner und Erich Lörcher, der Erledigung der Formalitäten und der Auslosung der Reihenfolge ging es gegen 9.30 Uhr ins Revier und für Teckel Nr. 1 dann gleich auf die Schweißfährte.
Der morgentliche Rauhreif hatte sich verzogen, nichts desto trotz lagen die Temperaturen noch im unteren einstelligen Bereich. Aber unbeeindruckt von den nicht ganz optimalen Witterungsbedingungen nahm der erfahrene Teckelrüde am Anschuss die Fährte auf und zog seinen Führer und die Richter trotz zahlreicher Verleitungen und Plätzstellen zielstrebig zum ersten Wundbett. Im zweiten Abschnitt waren einige Wechsel, die kurz kontrolliert wurden. Dann zeigte der Führer eine leichte Schwäche, indem er seinem Teckel kurz das Vertrauen entzog und auf der Fährte abtrug. Davon unbeeindruckt arbeitete der Rüde nach dem Ansetzen aber zielsicher weiter bis zum Stück, er zeigte eine sehr gute Arbeit, die von den Richtern mit voller Punktzahl bewertet wurde.
Teckel Nr. 2, eine vierjährige Hündin, mit der erst im Sommer 2011 mit der jagdlichen Ausbildung begonnen wurde und die bisher hervorragende Leistungen auf Schweiß gezeigt hat, tat sich dann bei den widrigen Wetterbedigungen und den vielen zum Stöbern reizenden Verleitungen deutlich schwerer; sie führte Ihren Hundeführer dann aber doch nach einem Abruf und einem Punktabzug wegen mangelnder Fährtensicherheit mit einem III. Preis (3/2/3) zum Stück. Auch Teckel Nr. 3, eine zweijährige Hündin, hatte ihre Schwierigkeiten, kam jedoch nach einem Abruf mit einer im II. Preis (3/3/3) bewerteten Arbeit sicher zum Stück.
Als letztes ging unser Nesthäkchen, eine hochpassionierte, erst knapp zehn Monate alte Hündin an den Start. Weder die zahlreichen Verleitungen noch die anderen Schwierigkeiten konnten die Kleine beindrucken. Dabei hatte unser Prüfungsleiter beim Fährtenlegen keine Schwierigkeiten ausgelassen oder umgangen, alle vier Fährten führten naturnah durch dichten Auf- und Unterwuchs, Brombeeren und Brennesseln, Totholz und Reisig. Mit einer hervorragenden Arbeit, die von den Richtern mit voller Punktzahl im I. Preis bewertet wurde, war der erste Prüfungsteil, die Schweißarbeit, um die Mittagszeit beendet.
Nun ging es an die Prüfung der Gehorsamsfächer, die - weil die Stöberarbeit als Waldsuche geprüft wurde - nach den Bestimmungen der Waldsuche aus den Teilfächern Pirschen, Ablegen mit Schussruhe und Standtreiben, jeweils nach Wahl angeleint oder frei, bestanden. Für die gut ausgebildeten Hunde sollte der Gehorsam eigentlich kein Problem sein, aber manchmal kommt es doch anders als man denkt.
Teckel Nr. 1 ging an den Start. Das Pirschen sollte angeleint, das Ablegen und das Standtreiben sollte frei geprüft werden. Also wurde gepirscht, dann wurde der Teckel abgelegt und der Hundeführer pirschte weiter, bis er außer Sicht seines vermeintlich sicher abgelegten Teckels war. Er hatte die Rechnung jedoch ohne den Teckel gemacht, denn dieser pirschte seinem Herrn ohne dass dieser es merkte sauber hinterher. Fürs freie Pirschen hätte es dafür volle Punkte gegeben, da diesmal jedoch das Ablegen geprüft wurde, gab es genau null Punkte, durchgefallen, Prüfung vorbei.
Vom Missgeschick der Nr. 1 gewarnt entschlossen sich die drei anderen Hundeführer, alle Gehorsamsfächer angeleint zu absolvieren. Teckel Nr. 2 und 3 bestanden mit leichten Abzügen mit jeweils 10 Punkten, die Jüngste mit der Nr. 4 erreichte souverän in allen Fächern die volle Punktzahl.
Mit dem nach dem Gehorsam reduzierten Teilnehmerfeld ging es dann zur Waldsuche. Bei der Waldsuche rücken Richter und Prüflinge wie eine Treiberwehr im Bestand vor, dabei wird dann jeweils ein Teckel zur Suche geschnallt. Der Teckel soll unter Beweis stellen, dass er in der Lage ist, das umstellte Waldstück abzusuchen und das dort vorkommende Wild in Bewegung zu bringen. Der Teckel soll sich möglichst sofort vom Hundeführer lösen und weit ausholend, gründlich und ausdauernd mit regelmäßigem Kontakt zum Hundeführer nach Wild suchen. Die Richter und der Hundeführer folgen dem suchenden Teckel.
Die Waldsuche begann mit Teckel Nr. 2, die Hündin zeigte eine sehr gute, ausdauernde und weiträumige Suche, konnte jedoch leider kein Wild finden. Nachdem auch die beiden anderen Teckel bei der Suche noch mit ordentlichen Leistungen überzeugen konnten, auch auch kein Wild fanden, war die Prüfung der Stöberarbeit als Waldsuche dann für alle drei Teckel mit einer im III. Preis zu bewertenden Leistung beendet. So richtig glücklich mit dem Ergebnis waren weder die Hundeführer noch die Richter, denn zahlreiche Plätz- und Wühlstellen zeigten die grundsätzliche Anwesenheit von reichlich Reh- und Schwarzwild deutlich an. Über den Verbleib des Wilds an diesem Prüfungstag konnte daher nur gerätselt werden.
Dann ging es zum Prüfungsabschluss wieder ins Naturfreundehaus, wo das Richterkollektiv nach Erledigung der Buchführung die Preisverleihung bei den drei erfolgreichen Gespannen vornahm. Tagessieger wurde die Jüngste, die mit Nr. 4 ausgeloste knapp 10 Monate alte Hündin Gundl vom Memminger Mau, die bei der Schweißarbeit und beim Gehorsam vollumfänglich überzeugen konnte, mit einer Gesamtpunktzahl von 140 Punkte im III. Preis. Teckel Nr. 2, Imme-Pauline vom Weiler Ried, die nach Schweiß und Gehorsam noch auf dem 3. Platz lag, konnte sich mit der weiten und ausdauernden Suchenarbeit im 3. Teil um einen Platz verbessern und bestand mit einer Gesamtpunktzahl von 133 Punkte im III. Preis vor Hündin Nr. 3, Rosi von Schloß Weikersheim, die die Prüfung mit 113 Punkten im III. Preis abschloss.
Mit einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem gemütlichen Beisammensein endete dann nicht nur ein mehr oder weniger erfolgreicher Prüfungstag, mit der VpoSp wurde die diesjährige Prüfungssaison der Sektion Gäu-Schwarzwald beendet, jetzt beginnt die Jagdsaison, bei der dann vielleicht noch das eine oder andere Naturleistungszeichen beim Stöbern und Fuchsen vergeben werden kann.