Internationale WUT-Schweißprüfung ohne Richterbegleitung in Knappenberg/Österreich
Schwabendackel Attila vom schwarzen Keiler für den DWH erfolgreich
Am Sonntag, dem 30.08.2009 fand die diesjährige Schweíßprüfung ohne Richterbegleitung der Welt Union Teckel in Hüttenberg-Knappenberg/Kärnten statt. Von den Mitgliedsvereinen der Welt Union Teckel waren insgesamt 20 Gespanne zu dieser herausragenden internationalen Schweißprüfung gemeldet - darunter waren vier Gespanne auf der 40-Stunden-Fährte (Tschechien, Österreich, DTK, Schweiz) und sechzehn Gespanne auf der 20-Stunden-Fährte (3 x Österreich, je 2 x Niederlande, Slowakei und DTK, je 1 x Belgien, Tschechien, Frankreich, Spanien, Russland, Württemberg-Hohenzollern und Italien), die der Einladung der WUT und des die Prüfung ausrichtenden Österreichischen Dachshund-Klubs gefolgt sind und sich den hohen Anforderungen der 20- bzw. 40-Stunden-Fährten (Rehschw. gespritzt) in einem landschaftlich traumhaften Hochwildrevier bei Knappenberg auf über 1000 Meter Höhe stellen wollten.
Erstmals hatte auch der DWH als eigenständiges Mitglied der Welt Union Teckel von seinem Recht Gebrauch gemacht und ein Gespann gemeldet: Der DWH wurde durch meinen Kurzhaarzwergteckel-Rüden Attila vom schwarzen Keiler FCI vertreten. Unser DWH-Gespann hatte im vergangenen Jahr bei der erstmals im DWH von der Sektion Gäu-Schwarzwald ausgerichteten SchwPoR/20 die Prüfung als Tagessieger mit 5 Verweisern in 69 Minuten bestanden und konnte so mit einer gewissen Aussicht auf Erfolg nach Österreich entsandt werden.
Die Anreise der Teilnehmer sollte bis Samstag Nachmittag erfolgen. Allerdings reiste die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer schon früher an, um Hund und Führer an das Alpenklima und die für die Hunde fremden und neuen Gerüche zu gewöhnen. Schließlich sollten die Hunde am Tag vor der Prüfung noch ein wenig Ruhe haben und nicht durch eine lange Anreise gestresst sein. Auch wir kamen bereits am Freitag abend an und konnten so nach einer langen, aber recht gemütlichen und streßfreien Fahrt bei strahlendem Sonnenschein und Hochsommertemperaturen noch einen richtig gemütlichen Abend im Kreis der anderen Hundeführer verbringen.
Bis zum Samstagabend war dann Entspannung angesagt. Leider kam es in der Nacht auf Samstag zu einem kurzen Wetterumschwung, der mit einem heftigen Gewitter begann und sich mit mehr oder weniger starkem Regen bis zum späten Samstagabend fortsetzte. Trotz des fast durchgängigen Dauerregens ließ man sich die Stimmung nicht vermiesen. Man ging entweder ein wenig spazieren oder saß mit anderen Prüfungsteilnehmern - Hundeführer, Helfer, Richter - gemütlich beisammen, wobei sich die Gespräche selbstverständlich - es wäre anders bei einer solchen Gelegenheit kaum denkbar - hauptsächlich um Teckel, Jagd und Jagdhunde drehten. Zwischendurch schweiften die Blicke der Hundeführer immer wieder sorgenvoll nach oben. Wann würde es wohl endlich der Regen aufhören. Die Fährten, so war die Prüfung ausgeschrieben, wurden gespritzt. Und so waren doch manche besorgt, dass der Dauerregen den Schweiß gerade in den Hängen wegspülen würde, was die Fährtenarbeit am nächsten Tag dann sicher nicht einfacher macht.
Nach einem gemeinsamen Abendessen trafen sich dann alle Prüfungsteilnehmer und Gäste zur offiziellen Eröffnung der Prüfung im Musikzentrum Knappenberg. Die Begrüßung begann stimmungsvoll mit einigen von der Jagdhornbläsergruppe Bieting dargebrachten Stücken. Dann begrüßte der Prüfungsleiter und Cheforganisator Meisterführer Ewald Hanser vom Österreichischen Dachshund-Klub die Corona, namentlich die Ehrengäste und in cumolo die Richter, Hundeführer, Helfer und Gäste. Es folgten Grußworte der anwesenden Ehrengäste. Der stellvertretende Landesjägermeisters von Kärnten, Josef Monz und der Vizepräsident des Österreichischen Jagdgebrauchshundeverbandes Ing. Leopold Ivan hoben in Ihren Grußworten insbesondere die besondere Bedeutung gut ausgebildeter Jagdhunde für die Schweißarbeit, unter denen die Teckel einen der Spitzenplätze einnehmen, hervor. Die Schweißarbeit sei gerade im Sinne des Tierschutzes und der Verantwortung gegenüber angeschweißtem oder - was meist noch häufiger sei - angefahrenem Wild die Königsdisziplin für Jagdhunde. Der Hüttenberger Bürgermeister Leopold Ofner zeigte sich in seinem Grußwort hocherfreut, dass Knappenberg zum Austragungsort dieser wichtigsten und bedeutendsten internationalen Schweißprüfung der WUT auserkoren wurde. Dabei wiederholte er auch seine freundliche Einladung, den mit den Hundeführern angereisten Gästen im Rahmenprogramm am Sonntag den Ort, an dem jahrhundertelang Erzbergbau betrieben wurde, mit seinen Sehenswürdigkeiten wie dem Bergbaumuseum und dem Schaubergwerk zu zeigen. Die Grüße des Präsidiums der Welt Union Teckel verbunden mit Suchenheil an alle Hundeführer überbrachte in Vertretung des leider verhinderten WUT- und DTK-Präsidenten Dieter Honsalék der DTK-Vizepräsident Martin Zander, der zugleich auch Bundesobmann für Jagdgebrauch, Gebrauchsrichter und das Prüfungswesen im DTK ist und der bei dieser Prüfung auch als Richter fungierte.
An die Grußworte schloß sich ein kurzer offizieller Teil an, in dem die Impfpässe der Teckel geprüft, die Ahnentafeln abgegeben und die Fährten für den nächsten Tag verlost wurden, bevor dann der gemütliche inoffizielle Teil des Begrüßungsabends begann - ein zünftiger "grüner Abend" mit Musik und bester Stimmung, der jedoch für die meisten der Anwesenden nicht allzu lange währte, denn am Sonntag war schon für 8 Uhr das Sammeln der Gespanne zur Abfahrt in die Prüfungsreviere vorgesehen. Leider war das Teilnehmerfeld nicht ganz vollständig, denn das aus Russland gemeldete Gespann hatte leider, wie sich schnell herumgesprochen hatte, kein Ausreisevisum bekommen und musste daher kurzfristig die Teilnahme absagen.
Der Sonntagmorgen begann dann in aller Frühe mit einem gemeinsamen Frühstück, die Hunde wurden noch kurz ausgeführt und dann fanden sich alle Gespanne um 8 Uhr zur Identitätskontrolle der Hunde und der Abfahrt in die Reviere ein. Der Prüfungstag wurde stimmungsvoll durch die Jagdhornbläser eröffnet. Es folgte eine Ansprache des Prüfungsleiters Mf. Hanser, der allen Teilnehmern noch einmal das Reglement erläuterte und dann die ersten 10 Gespanne mit einem "Waidmannsheil - Teckelheil - Suchenheil" auf die Reise schickte.
Jeder der zehn Richter "griff" sich sein ihm zugewiesenes erstes Gespann - und schon ging die Reise los in das nahegelegene Prüfungsrevier. Da die Prüfung "ohne" Richterbegleitung stattfand, wurde jedes Gespann am Anschuss von dem ihm zugewiesenen Richter mit Aufnahme der Startzeit angesetzt und auf die Fährte geschickt. Dann begab sich der Richter zum Ende der Fährte, wo er das zu findende Stück ablegte und sich dann für den Hundeführer nicht sichtig in der Nähe niederließ um auf das Eintreffen des hoffentlich erfolgreichen Gespannes zu warten und die verbrauchte Arbeitszeit zu protokollieren. So konnte die Prüfung der 19 Gespanne relativ schnell über den Sonntagvormittag erfolgen.
Wir hatten am Vorabend bei der Auslosung der Fährten die Los-/Fährten-Nr. 12 gezogen und wurden damit der ersten Gruppe zugeteilt. So durfte Attila dann auch gleich zeigen, ob das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt war und ob er die schwierige Fährte in fremdem Terrain meistern konnte. Unser Richter fuhr uns also in das nahegelegene Prüfungsrevier. Er zeigte uns den Anschuss und die Fluchtrichtung, notierte die Zeit und schickte uns punkt 9.00 Uhr auf die Reise. Ich wußte zwar bereits, dass Österreich ein recht bergiges Land ist, wie bergig es ist, wird einem aber erst dann so richtig bewusst, wenn man sich außerhalb eines motorbetriebenen Fahrzeugs abseits von Straßen und Wegen mitten im Wald befindet und die Fluchtrichtung, in die mich dann auch mein Attila zog, ziemlich steil - nach meinem Geschmack viel zu steil - nach oben ging. Ich beneidete meinen kleinen Attila, der vom Anschuss weg offensichtlich zielsicher nach oben strebte. "Du hast es gut, Du hast nur knapp über fünf Kilo und vier Beine - und ich muss auf zwei Beinen mit … (genaue Angaben erspare ich mir jetzt) den Berg hoch!" dachte ich mir und spürte jede einzelne Zigarette der letzten Wochen und Monate. Nachdem der erste steile Anstieg, der nur durch ein paar kurze Verschnaufpausen unterbrochen wurde, erklommen war, wollte ich - man verzeihe mir dir drastischen Worte - wie ein waidwund geschossener Keiler im Wundbett zusammenbrechen - doch mein Attila zog voran und ich folgte. Und siehe da, der Lohn der Mühe: der erste Verweiser. Während mein Attila das beim Verweiser ausgelegte Wildbretstückchen noch genüßlich verspeiste, sank ich nieder neben ihn auf den Waldboden, den Verweiser aufnehmend und ihn überschwenglich lobend.
Und weiter ging die Fährte. Durch wechselnden Bewuchs schräg im Hang mal auf-, mal abwärts - und schon war der zweite Verweiser gefunden. Nun kamen wir auf einen Sattel, der mir das Gehen deutlich erleichterte, meinem Attila aber die Arbeit erschwerte. Alle paar Meter ein anderer Bewuchs - mal steinig, mal Moos, mal leichter Unterwuchs - und überall Plätzstellen und auch Rotwildlosung war zu finden. Ich merkte, wie schwer es für meinen Attila wurde. Nicht immer arbeitete er wie gewohnt zielstrebig voran, immer wieder drehte er kleine Kreise oder Achten um die Fährte zu halten bzw. wieder finden zu können. Dann zog er mich auf einem offensichtlichen Wildwechsel in einen Jungwuchs hinein. "Hier bist Du falsch, das ist eine Verleitung!" dachte ich mir, doch ich wollte ihn noch ein paar Meter laufen lassen, bis er sich selbst korrigierte. Nach vielleicht zwanzig bis dreißig Metern auf dieser "Verleitung" blieb er stehen und zeigte mir einen Verweiser. Es war Verweiser Nummer 4, was mir zum einen die Bestätigung brachte, dass wir auf dem vorherigen für Attila sehr schwierigen Stück wohl den Verweiser Nummer drei überlaufen hatten, zum anderen aber zeigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren und dass man als Hundeführer nicht über den Fährtenverlauf spekulieren, sondern seinem Hund vertrauen sollte. Sollte ich zurück und noch den dritten Verweiser suchen? Ich schaute auf die Uhr, Zeit hatte ich noch mehr als genug. Mir kamen die morgentlichen Worte des Prüfungsleiters in den Sinn: "Macht Euch und vor allem Eure Hunde nicht verrückt. Zwei Verweiser sind zu finden, und nach 90 Minuten müsst Ihr am Stück sein. Das - und nicht mehr - ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt!" Mein Attila lief prima, er hatte die Fährte, dass konnte ich sehen und spüren. Jetzt zurück, dass würde ihn nur verunsichern. Und mit drei Verweisern ist der erste Teil der Aufgabe erfüllt. Nein, nicht zurück, nur nach vorne zum Stück - alles andere würde meinen Attila, der bisher so brav gearbeitet hat, nur verwirren.
Weiter ging es über Stock und Stein, mal hoch, mal runter, mal gut zu laufen, mal mühevoll - und da zeigte mein Kleiner mir auch schon Verweiser Nummer fünf. Wie vorher schon wollte ich meinem Attila Wasser anbieten - er nahm es nicht und wollte vorwärts, ich trank es ihm weg. Weiter ging es, weit konnte es nicht mehr sein. Auf einmal zog mich mein Attila zielstrebig einen leichten Hang hinab direkt zu einer Straße. "Jetzt sind wir falsch - oder am Stück vorbeigelaufen!" dachte ich. Denn am Morgen noch sagte der Prüfungsleiter ausdrücklich, dass die Fährten keineswegs über geteerte Straßen hinweg gehen. Also zurück. Ich hatte mir wohlweislich den bis dahin gearbeiteten Fährtenverlauf mittels weit sichtbaren Toilettenpapierstreifen, die ich von einer mittels Hundeleine mir um den Hals gehangenen Rolle abriss, gut markiert. Es ging also zurück zum letzten Verweiser, also dem Punkt auf dem wir definitiv noch auf der richtigen Fährte waren. Jetzt hatte ich meinen Attila aber irgendwie verunsichert. Er wollte die Fährte wieder rückwärts in Richtung des vierten Verweisers arbeiten. Ich dirigierte ihn vorwärts, er bögelte, war nicht sicher. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass wir noch viel Zeit hatten, und weit kann es nun wirklich nicht mehr sein. Wir machten eine kleine Pause, in der ich meinen Kleinen abliebelte und ihm wieder Wasser anbot. Er wollte kein Wasser - er wollte nur vorwärts. Also ging es auf und weiter. Er arbeitete wieder wie vorher schon in Richtung Straße - aber da, vielleicht zwanzig Meter vor der Straße lag die Decke, die nahezu zeitgleich von uns beiden entdeckt und von Attila dann auch gleich geschüttelt und gebeutelt wurde. Ich sank neben ihm zu Boden und versuchte ihn zu loben und abzuliebeln, doch in diesem Moment hatte er nur seine Beute im Sinn. Dann kam auch schon unserer Richter, der uns mit Überreichung eines Bruchs für Teckel und Führer gratulierte und verwundert darüber berichtete, wie er uns in einer Entfernung von nur wenigen Metern zweimal an der Decke vorbeilaufen sah. Tatsächlich lief mein Attila wohl zuerst einfach auf der Bodenverwundung der Fährtenleger - oder vielleicht der Fährte des Richters - weiter. Und ich habe die Decke, an der wir wirklich nur ein paar Meter vorbeigelaufen sind, auch auf dem Weg zurück nicht gesehen. War es die wegen der anstrengenden Fährte fehlende Konzentration am Ende - war es weil ich nur Augen auf meinen Attila und kaum mehr auf die Umgebung - egal, wir waren mit vier Verweisern um 10.12 Uhr nach 72 Minuten am Stück. Ich händigte unserem Richter im Gegenzug für die überreichten Brüche die gefundenen Verweiser aus und dann ging es zurück nach Knappenberg, wo schon einige der anderen Teilnehmer warteten.
Bis zum frühen Mittag waren dann alle Gespanne durchgeprüft und hatten sich wieder in Knappenberg eingefunden. Anhand der entweder vorhandenen oder fehlenden Brüche an Halsung und Hut war unschwer zu erkennen, wer die Prüfung bestanden hatte und wem das Prüfungsglück an diesem Tag nicht vergönnt war - und so gratulierte man sich dann entweder gegenseitig zur bestandenen Prüfung oder fand ein paar tröstende Worte für die, denen das Suchenglück an diesem Tag nicht gewährt wurde. Denn eines war allen Teilnehmern klar: Keiner - egal ob an nun an diesem Tag erfolgreich oder nicht - war ohne Grund da. Alle Gespanne hatten schon vorher durch entsprechende Leistungen nachgewiesen, dass sie in der Lage sind, diese Prüfung zu bewältigen. Besonderes Mitgefühl hatte das zweite vom DTK gemeldete Gespann mit Heike Junge und Kobbedus Effendi. Frau Junge musste nach dem ersten Verweiser die Prüfung abbrechen, da der Teckel bereits in der Nacht von Erbrechen und Durchfall gequält war und seine Führerin nach dem ersten Teilstück ihrem gesundheitlich angeschlagenen und geschwächten Teckel den Rest der für Hund und Führer sehr anspruchsvollen Fährte nicht mehr zumuten konnte.
Die Zeit bis zu dem für ca. 14 Uhr anberaumten Mittagessen verbrachte man dann zum Teil im Kreis der anderen Hundeführer, zum Teil entspannte man sich ein wenig auf dem Zimmer und ruhte sich aus. Unser erster Weg führte uns übrigens aufs Zimmer, wo meine beiden anderen Teckel - Heli und Qundry - die ich gegenüber den anderen Teilnehmern scherzhaft immer als Attilas Fanclub bzw. Attila mitgereiste Groupies bezeichnete, schon sehnsüchtig auf uns warteten.
Attila (rechts) mit seinem Fanclub Heli und Qundry
Auch von Attila war nun die Anspannung abgefallen - und er, der auf der Fährte und auch am Stück noch jegliche Wasseraufnahme verweigerte, machte sich über den im Zimmer bereitstehenden, noch am Morgen für die im Zimmer verbleibenden Dackelmädels gefüllten und fast noch randvollen Wassernapf her und leerte ihn zu meiner Verwunderung - der Napf fast deutlich über einen halben Liter - bis zur Gänze. Ich schenkte nach, aber jetzt hatte Attila wohl genug, denn er schlabberte nur noch einmal kurz. Erst jetzt, wo ich ein wenig zur Ruhe kam, merkte ich, wie anstrengend die Fährte wirklich gewesen ist - aber nach einem Sprung unter die Dusche und notwendigen Wechsel des "Grünzeugs" war die Mattigkeit auch schon wieder verflogen und es zog uns alle vier - Attila mit seinen Mädels und mich - hinaus auf die Sonnenterasse, wo schon einige andere die Zeit bis zum Mittagessen mit - wie üblich bei solchen Gelegenheiten - einer Diskussion über die Prüfung und die gezeigten Leistungen in gemütlicher Runde bei einem leckeren Erfrischungsgetränk überbrückten. Mit diesem durch das Mittagessen unterbrochenen gemütlichem und entspanntem Beisammensein verflog die Zeit bis zu der für 16 Uhr anberaumten offiziellen Preisverleihung wie im Flug.
Auch die Preisverleihung wurde wieder stimmungsvoll durch die Jagdhornbläser eröffnet. Nach kurzen Glückwünschen von Vertretern der Reiverbesitzer, der Jägerschaft und der Gebrauchshundeverbände folgte die Preisverleihung durch Herrn Meisterführer Hanser, den Prüfungsleiter und Organisator der Veranstaltung, dem man bei jedem Wort anmerken konnte, wie zufrieden er mit dem Verlauf dieser sehr gelungenen Veranstaltung war. Da sowieso schon jeder vorher beim gemütlichen Entspannen über den Mittag die Ergebnisse mehr oder weniger kannte, wurde kein Geheimnis aus dem Ergebnis gemacht, jeder konnte sich anhand einer aufgestellten Tafel über Ergebnisse und Platzierungen informieren.
Die beiden Prüfungssieger, auf der 40-Stunden-Fährte Karel Sykora aus Tschechien mit der RhT-Hündin Ryta z Kochanecke Cernavy und auf der 20-Stunden-Fährte René-Roger Kirsch mit der RhT-Hündin Vicki vom Queichtal erhielten neben dem Titel des WUT-SchwPoR-Siegers 2009 einen wertvollen Glaspokal zur Erinnerung - und Vicky vom Queichtal zusätzlich den Sonderpreis für den jüngsten Teckel im Teilnehmerfeld. Eine sehr nette Geste war denn auch die Gabe für das am weitesten angereiste Gespann an Herrn Oscar Garcia aus Spanien mit seinem RhT-Rüden Sol, das aus einem Brotzeit-Sackerl voll mit feinen Spezialitäten der Region bestand. Aber auch alle anderen Hundeführer gingen nicht leer aus, sondern wurden nach vorne gerufen und mit einem - mit dem Enblem des ÖDHK und dem Schriftzug WUT-SchwPoR 2009 - liebevoll gravierten Glaskrug als Erinnerungsgabe bedacht.
Auch uns wurde bei der Preisverleihung noch eine besondere Ehre zuteil, als der Prüfungsleiter Meisterführer Hanser bei der Überreichung der Erinnerungsgabe hervorhob, das wir als einzige im Teilnehmerfeld mit einem Zwergteckel - und noch dazu mit einem der seltenen und noch viel seltener jagdlich geführten Kurzhaarzwergteckel angetreten sind und mit dem Ergebnis zeigen konnten, dass auch unsere kurzhaarigen Kleinteckel zu sehr guten jagdlichen Leistungen befähigt sind. Ich kann nicht verhehlen, dass mir diese Worte runtergingen wie Öl und mein Attila und ich vor Stolz innerlich auf die Größe einer Dachsbracke bzw. eines Bergriesens wuchsen.
Nun erklangen zum letzten Mal - zum offiziellen Ende dieses eindrucksvollen und für mich einmaligen Wochenendes - die Jagdhörner. Aber endgültig vorbei war das Wochenende noch nicht, denn da nun viele der Teilnehmer noch eine weite Heimreise vor sich hatten und es nach dem offiziellen Ende der Prüfung schon recht spät war, blieben die meisten Teilnehmer noch bis Montag morgen, was einen weiteren sehr gemütlichen und diesmal ausschließlich inoffiziellen "grünen Abend" zur Folge hatte. Auch mein Schwabendackel Attila samt Anhang und mir machte sich erst am Montag wieder auf die Heimreise.
Hin nun noch die Einzelergebnisse. Auf der 40-Stunden-Fährten traten vier Gespanne an:
Ryta z Kochanecke Cernavy, CLP/J 60055/02, RhT-Hündin, Wt. 11.02.2001
Führer: Karel Sykora, Tschechien, 5 Verweiser in 76 Minuten
Yanni von Schloß Rosenau, VDH/DTK 0204613R, RhT-Hündin, Wt. 13.08.2002
Führer: Gerhard Seibel, DTK, 4 Verweiser in 27 Minuten
Kiara vom Nebelstein, SHBS/LOS 649528, Lh-T-Hündin, Wt. 03.04.2005
Führer: Ulli Sand, Schweiz, 3 Verweiser in 78 Minuten
Bea von der Clam Burg, KhT-Hündin, ÖHZB KD 8070, Wt. 10.06.2006
Führer: Johann Inreiter, Österreich, n.b.
Auf der 20-Stunden-Fährten traten fünfzehn der sechzehn gemeldeten Gespanne an:
Vicki vom Queichtal, VDH/DTK 07T1185R, RhT-Hündin, Wt. 29.04.2007
Führer: René-Roger Kirsch, DTK, 5 Verweiser in 15 Minuten
Sol, LOE 1630603, RhT-Rüde, Wt. 08.04.2006
Führer: Oscar Garcia, Spanien, 5 Verweiser in 50 Minuten
Heike vom Jagerholz, ÖHZB 21489A, RhT-Hündin, Wt. 02.08.2001
Führer: Georg Spettel, Österreich, 5 Verweiser in 59 Minuten
Volga de L'ordon des Rois, LOF 4 TPD 81766/20794, RhT-Hündin, Wt. 19.08.2004
Führer: Michel Charraix, Frankreich, 4 Verweiser in 27 Minuten
Boss vom Schinterkogel, ÖHZB 22846, RhT-Rüde, Wt. 13.05.2006
Führer: Rainer Bickel, Österreich, 4 Verweiser in 33 Minuten
Abbygail van Boyvital, NHSB 2430117, KhT-Hündin, Wt. 19.12.2002
Führer: Gonny van Tankeren-Wijnans, Niederlande, 4 Verweiser in 52 Minuten
Attila vom schwarzen Keiler, VDH/DTK 03K7806K/Zw, KhZw-Rüde, Wt. 21.12.2002
Führer: Wolfgang Herresthal, DWH, 4 Verweiser in 72 Minuten
Peggy od Cernych Rytirü, SPKP 9046, RhT-Hündin, Wt. 17.03.2003
Führer: Juraj Capek, Slowakei, 2 Verweiser in 72 Minuten
Patty z Kouzicku, CLP/J 66192/05, KhT-Hündin, Wt. 02.01.2004
Führer: Vaclav Sluka, Tschechien, 2 Verweiser in 77 Minuten
Zum Abschluss möchte ich noch ein paar ganz persönliche Worte loswerden: Für einen Teckelführer ist es eine besondere Ehre, seinen Verband entweder auf nationaler Ebene bei der Bundessiegersuche Chorin oder auf internationaler Ebene bei der WUT-SchwPoR oder der Europapokal-Vp vertreten zu dürfen. Es war für mich das erste - und es ist wahrscheinlich auch das einzige - Mal, dass ich das Glück hatte an einer solchen hochrangigen Prüfung teilnehmen zu dürfen. Ich danke dem Vorstand des Dachshundklubs Württemberg und Hohenzollern für das in uns gesetzte Vertrauen und dass wir den DWH bei dieser hochrangigen internationalen Schweißprüfung vertreten durften. Zugleich bin ich froh und glücklich darüber, dass wir das in uns gesetzte Vertrauen mit einem nach meiner Ansicht sehr ordentlichen Ergebnis rechtfertigen konnten.
Eine solche hochrangige Prüfung ist ein ganz besonderes Erlebnis, das ein jeder engagierte Hundeführer mit einem entsprechend veranlagten Teckel einmal miterleben sollte. Die Stimmung und das Ambiente sind einfach einzigartig, und ich denke, dass dies nicht nur für die WUT-SchwPoR, sondern auch für die Bundessiegersuche Chorin und die internationale Europapokal-Vp gilt. Ich wünsche mir, dass jeder Hundeführer - der seinem Teckel und sich die geforderte Leistung zutraut - sich bemüht, an einer solchen Prüfung teilnehmen zu können und ich würde mich sehr freuen, wenn in den nächsten Jahren wieder einmal ein Hundeführer aus dem DWH einen der wenigen Teilnehmerplätze erhält und bei einer dieser großen Prüfungen antreten kann.
Leider konnte ich als aktiv Teilnehmender dieses herausragende Wochenende nicht fotografisch dokumentieren. Daher hier nur ein paar Bilder, die einen Eindruck von der Region vermitteln können. Die weiteren Fotos stammen vom Veranstalter und wurden über die Webseite des Kärtner Jagdhunde-Prüfungsvereins veröffentlicht.
Wolfgang Herresthal
Der Begrüßungsabend am Samstag:
Die Eröffnung der Prüfung am Sonntagmorgen:
Fotos von der Schweißarbeit und während der Prüfung: