Auf der 35. Bundessieger-Suche / 20. Chorin-Suche am 11. September 2010 hat unser DWH-Gespann einen großartigen Erfolg erringen können. Der Kurzhaar-Zwergteckelrüde Attila vom schwarzen Keiler FCI und sein Hundeführer Wolfgang Herresthal aus Horb a.N., unser Webmaster und Leiter der Sektion Gäu-Schwarzwald, haben im 1. Preis mit 100 Punkten den Titel "BSs Bundes-Suchen-Sieger 2010" erringen können.
Zu diesem großen Erfolg gratuliert der DWH herzlich.
Die Ergebnisse der Chorin-Suche 2010 finden Sie hier. In unserer Klubmitteilung werden wir über dieses Ereignis ausführlich berichten.
Günter Lemanczyk
1. Vorsitzender des DWH
Bundessieger-Suche Chorin 2010 - das letzte Mal
Vollständige ungekürzte Fassung des in der DWH-Klubmitteilung Dezember 2010 veröffentlichten Berichts
Am 11. September 2010 fand zum letzen Mal in Chorin die 35. Bundessiegersuche und zugleich die 20. und damit letzte Chorin-Suche statt. Wir, d.h. mein Attila und ich hatten uns bei der Auswahlsuche im Juli für die Bundessiegersuche qualifiziert und durften damit den DWH in Chorin vertreten. Damit verbunden ist dann auch der vom Landesvorstand formulierten Bitte um einen Bericht über die Chorinsuche nachzukommen.
Nun ist bereits im Dachshund 11/2010 sehr ausführlich über die Chorinsuche und – weil die BSS in diesem Jahr letztmalig in Chorin stattfand - deren Geschichte berichtet worden. Aus diesem Grund möchte ich mir hier eine Wiederholung des dort Geschriebenen ersparen und stattdessen möchte.
Begonnen hatte die Tradition der Bundessiegersuche im Jahr 1976 mit der ersten Bundessiegersuche im Reinhardswald in Hessen. Die Idee zu einer Bundessiegersuche stammte vom damaligen 2. Vorsitzenden des DTK Dr. Wolfgang Muno, der angesichts der sich verändernden Jagdbedingungen mit der Bundessiegersuche eine große über die Grenzen des DTK bekannte öffentlichkeitswirksame Veranstaltung schaffen wollte, um die herausragende Eignung des Teckels für alle Jäger als Schweißhund herausstellen.
15 Jahre lang währte die Epoche der Bundessiegersuche als "Reinhardswald-Suche", sie endete im Jahr 1990, weil dem DTK die Prüfungsreviere nach einem Wechsel in der Forstamtsleitung nicht mehr zur Verfügung standen. In dieser ersten Epoche der Bundessieger-Suche konnte der DWH zweimal den Bundessuchen-Sieger stellen: Im Jahr 1979 war Dr. Herbert Meyer, Langenau, mit seiner Grandel vom Einkornwald erfolgreich, ein Jahr später Wilfried Schneider aus Schwäbisch-Hall mit Cleff vom Haalquell. In der Folge bestanden noch drei weitere Gespanne des DWH die Reinhardswaldsuche mit 100 Punkte im 1. Preis, ohne jedoch den Titel des Bundessuchen-Siegers zu erhalten: Anka vom Oberen Esch (1983, Dr. Herbert Meyer, Langenau), Crischan vom Waschrain (1986, R. Gölz, Heubach) und Citta von der schönen Drava (1987, S. Stage, Herrenberg).
Zuerst nur als "Notlösung" gedacht, wurde die 16. BSS dann im Jahr 1991 in Chorin durchgeführt. Da die Entscheidung für die Reviere um Chorin sich als Glücksfall herausstellte und die BSS mit der "Chorinsuche" noch weiter an Aufmerksamkeit gewann, konnten wir in diesem Jahr auf 20 Jahre Chorin zurückblicken. Weiteres ist dem bereits erwähnten Artikel im Dachshund 11/2010 zu entnehmen, aber auch an dieser Stelle sei allen Initiatoren, Organisatoren und Helfern nochmal für die viele Arbeit und Mühe gedankt, die sie in den vergangenen Jahrzehnten auf sich genommen haben.
Als die Bundessiegersuche am 31. August 1991 zum ersten Mal in Chorin stattfand, war die Mauer gerade erst 9 Monate offen. Die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit der DDR war acht Wochen vorher in Kraft getreten und der Beitritt der DDR war acht Tage vor der Chorinsuche von der Volkskammer der DDR beschlossen worden, und genau am Tag der Chorinsuche wurde der Einigungsvertrag von den beiden Regierungskabinetten der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet. Es waren damals wahrhaft turbulente Zeiten.
Bei dieser ersten Chorinsuche wurde der DWH von Dr. Wulf Krüger, Tübingen mit Aika vom König-Karl-Stein (82 P./II) vertreten. Dies sei besonders erwähnt, weil unser DWH-Mitglied Dr. Wulf Krüger bereits am 11.01.1990 einen der wirklich ersten Schritte zur "Wiedervereinigung" der deutsch-deutschen Teckelwelt getan hat: Das Ehepaar Dr. Wulf u. Sabine Krüger fuhr an diesem Tag zusammen mit dem Tübinger Sektionsleiter und Zuchtwart Herrmann Goller und mit ihrer Hündin Ixe vom Waschrain, der Mutter des 1990er Chorinsuchen-Teckels Aika vom König-Karl-Stein nach Springstille in Thüringen zu Franz Dittmar, Teckelzwinger vom Schnepfenstein, um die Hündin dort von dem Gebrauchsteckelrüden Ratz vom Schnepfenstein 855326RT decken zu lassen. Dieser am 11./12. Januar 1990 vollzogene Deckakt, über den im "Dachshund" 05/1990 auf Seite 113-114 ausführlich berichtet wurde, war nach jahrzehntelanger Trennung der deutsch-deutschen Teckelwelt die erste deutsch-deutsche Teckelverpaarung gut zwei Monate nach dem Fall der Mauer, aus der dann am 15.03.1990 der B-Wurf (Wurfstärke 4,1) im Zwinger vom König-Karl-Stein fiel.
In diesen 20 Jahren Chorinsuche war der DWH äußerst erfolgreich. Nur einmal konnte der DWH kein Gespann entsenden (2009) und nur 2 Gespanne fanden nicht zum Stück, für ein Jahr habe ich keine Informationen gefunden. Bei einer Durchfallquote von fast 30% und Spitzenwerten in einzelnen Jahren von über 50% Durchfallquote war die Vertreter des DWH in diesen 20 Jahren überdurchschnittlich erfolgreich. So konnte der DWH viermal einen Bundessuchensieger in Chorin stellen: Nelly vom Alten Jagen (1997, Heidrun Veyel, Bretzfeld), Quinta vom Bussenblick (2000, Hans Dreher, Uttenweiler), Quast von der Schrunn (2004, Anja Haan, Neresheim) und in diesem Jahr Attila vom schwarzen Keiler.
Leider ohne den Bundessuchensieger-Titel, der bis 1992 nur an einen einzigen Teckel und seit 1993 an die drei Gruppensieger, sofern diese 100 Punkte haben, vergeben wurde, aber trotzdem mit der Höchstpunktzahl von 100 Punkten waren drei weitere Gespanne des DWH in Chorin erfolgreich: Karle vom Fachberg (1994, Gabriel Lupberger, Fronreute), Panja vom Bernbach (2003, Günter Lemanczyk, Bad Rappenau) und Felix vom Römergraben (2008, Ulrich Stahl, Gaildorf). Die übrigen 9 DWH-Gespanne errangen einen 1. Preis, sechs 2. Preise und zwei 3. Preise, womit der DWH zu den bei der Bundessiegersuche Chorin erfolgreichsten Landesverbänden gehört.
Mein erster "Kontakt" mit der Chorin-Suche war vor 10 Jahren im Jahr 2000. Damals noch in Berlin wohnend war ich im März 2000 stolzer Erstdackelbesitzer geworden hatte davon gehört, dass in Chorin eine "besondere" Schweißprüfung stattfinden sollte. Absolut unbedarft und ohne Ahnung fragte ich meinen Gruppenvorsitzenden, ob ich dort auch teilnehmen dürfte. Zwar hatte meine Hündin weder Ausbildung noch Prüfungen, aber mit dem Optimismus des Ahnungslosen dachte ich damals, dass meine Kleine so eine Prüfung sicherlich schaffen würde. Nachdem mein Gruppenvorsitzender mich dann aber über das Procedere mit Ausbildung, Prüfungen und Auswahlsuche aufklärte, hatte ich ein Einsehen und beschloss, mir das Ganze einfach mal als Zuschauer anzusehen, dazu hatte ich meine zu dieser Zeit gerade einjährige Heli zu der im Rahmenprogramm der Bundessieger-Suche stattfindenden Spezialzuchtschau in Chorin gemeldet, wo mein kleines Mäuschen dann als Kurzhaar-Kanichenteckel mit der Katalog-Nummer 1 auch gleich als Erste in den Ring durfte. In der durchweg positiven Bewertung von Zuchtrichter Dr. Kettendörfer wurde dann auch die fehlender Ringerfahrung gerügt, wir erhielten ein Sehr gut 1, und ich, damals noch nicht von V-Bewertungen verwöhnt, war ziemlich glücklich über die "sehr gute" Bewertung.
Während ich mich also noch über das Sg freute, war die Freude beim DWH deutlich größer. Das DWH-Gespann mit Hans Dreher und seiner Hündin Quinta vom Bussenblick war an diesem Tag mit 100 Punkten in der Richtergruppe 2 auf Platz 1, darauf folgte je ein Gespann mit einem 2. und einem 3. Preis, drei Gespanne dieser Gruppe fanden nicht zum Stück. So wurde Quinta vom Bussenblick Bundessuchen-Sieger 2000, und Hans Dreher und ich freuten uns.
Nachdem zehn Jahre vergangen und ich meinen Attila, den Erstgeborenen meiner damals ausgestellten Heli erfolgreich ausgebildet und auf Schweiß geführt hatte, wollte ich dann doch noch mal nach Chorin. In den Vorjahren hatte ich, wenn es um die Auswahlsuche und Chorin ging, immer gezaudert und mir die Chorinsuche auch noch nicht wirklich zugetraut. Zwar macht es mir nichts aus, bei Prüfungen durchzufallen, darin habe ich auch schon reichlich Erfahrung – aber wenn eine große Öffentlichkeit dabei ist, muss das nicht sein. Als im Frühjahr endgültig sicher war, dass die BSS zum letzten Mal in Chorin stattfinden sollte, musste ich meinen Attila zur Auswahlsuche melden, wenn ich überhaupt noch mal in Chorin dabei sein wollte. Da mein Attila auch im Jahr 2009 in Österreich bei der WUT-SchwPoR/20 mit einem sehr ordentlichen Ergebnis erfolgreich war, war ich auch guter Dinge, dass wir bei der Auswahlsuche gute Chancen hatten. So kam es dann auch und dank Suchenglück und Attilas Können entschloss sich das Richtergremium, uns als Vertreter für den DWH zur Bundessiegersuche zu nominieren.
Dann kam das Chorin-Wochenende. Gut vorbereitet, unter anderem durch Übungsfährten im Rotwildgatter Schönbuch, fuhren wir Richtung Schorfheide. An dieser Stelle sei ganz herzlich unserem stellv. Sektionsleiter Alfons Winzenhörlein, der mir sein Revier in Nagold für Übungsfährten zur Verfügung stellte, und Götz Graf Bülow v.Dennewitz vom Forstamt Tübingen, der mir das Üben im Rotwildgatter Schönbuch ermöglichte und auch beim Fährtenlegen half, gedankt.
Das Programm begann am Freitag mit dem Begrüßungsabend. Nach dem gemeinsamen Abendessen und einigen recht kurzweiligen Ansprachen, stellten sich die Richter und die Teilnehmer der Corona vor. Gerüchten zufolge soll es dann noch recht feucht-fröhlich und lustig geworden sein, worüber ich aber nicht berichten kann, da ich mich wie die anderen Hundeführer auch bald nach dem Ende des offiziellen Teils auf den Weg ins Hotelzimmer gemacht habe.
Am Samstagmorgen ging es dann um acht Uhr mit Abgabe der Ahnentafeln und Kontrolle der Impfpässe los. Nach der Begrüßung durch den DTK-Präsidenten Dieter Honsálek, den Prüfungsleiter Joachim Behring und die Jagdhornbläser wurden die Fährten ausgelost und den drei Richtergruppen zugeteilt, deren Obleute - um die Bedeutung der letzten Chorinsuche herauszustellen - allesamt Präsidenten des DTK waren bzw. sind.
Obmann der Richtergruppe 1 war Werner Walter aus Hessen, die Richtergruppe 2 wurde von Wolfgang Ransleben aus dem Rheinland geleitet, und an der Spitze der 3. Gruppe stand Dieter Honsálek aus Westfalen. Unser Los ergab, dass wir als 4. Gespann in der 2. Gruppe starten sollten. Die ersten drei Gespanne machten sich um neun Uhr auf den Weg, wir hatten wir noch ein wenig Zeit.
Die Wartezeit, die sich für uns, da für die Richtergruppen nach jeweils drei Gespannen eine Mittagspause eingeplant war, bis in den frühen Nachmittag hinzog, konnten wir sehr gut überbrücken. Fürs leibliche Wohl war mit Kaffee und Tee, diversen Kaltgetränken und einem umfangreichen Angebot von belegten Semmeln, Grillgut und Kuchen von der Marketenderei des Berlin-Brandenburger Teckelklubs bestens gesorgt. Dazu fand im Rahmenprogramm wieder eine Spezialausstellung statt, und so verging der Vormittag recht kurzweilig mit vielen Gesprächen. Langsam trafen auch die ersten, per Mobilfunk direkt vom Stück übermittelten Ergebnisse ein, wobei allerdings um die Spannung zu erhalten nur über bestanden oder nicht bestanden, nicht aber über Preisklassen oder Punkte berichtet wurde. Wir mussten bald feststellen, dass die einzelnen Arbeiten recht lange dauerten, Arbeitszeiten von mehr als einer Stunde waren die Regel. Nicht gerade stimmungsfördernd waren auch die gemeldeten Ergebnisse, denn bis zum Mittag waren von den bis dahin geprüften neun Gespannen nur vier Gespanne zum Stück gekommen. In der Gruppe 1 fand das erste Gespann nicht zum Stück, in meiner Gruppe 2 hatte das dritte Team kein Suchenglück, und die dritte Gruppe konnte noch gar keine erfolgreiche Suche vermelden. Als wir dann gegen halb zwei Uhr am Anschuss eingewiesen wurden, war mein anfänglicher Optimismus angesichts der bisherigen Ergebnisse auf dem Nullpunkt.
War ich am Morgen noch bester Hoffnung, dass wir sicherlich mit einem ordentlichen Ergebnis, ich dachte dabei an einen guten zweiten Preis, zum Stück kommen, wollte ich, als wir am Anschuss waren, nur noch ankommen, egal wie. Aber dann kam es anders. Kaum dass ich meinen Attila am Anschuss angesetzt hatte, ging er los. Mit tiefer Nase, zielsicher suchend, nur ab und zu mal kurz nach rechts oder links kontrollierend zog sicher und mit gutem Tempo ab, und schon standen wir am ersten Wundbett. Weiter ging es durch Dick und Dünn, über querliegende Stämme, durch Totholz und Brombeeren. Dazu waren überall Plätzstellen, Trittsiegel und Wildwechsel zu sehen, aber es ging sicher weiter. Wegen des wechselnden Bewuchses und der gleichermaßen ständigen wechselnden Bodenverhältnisse und Bodenbeschaffenheit hatte mein Attila zwischendurch kleinere Schwierigkeiten, die er aber problemlos meisterte. Kurz nach dem zweiten Wundbett wäre dann aber beinahe alles vorbei gewesen. Wir waren an einer etwas schwierigen Stelle, an der mein Attila bei der Kontrolle von Fährte und Verleitung vielleicht zehn Meter von der Fährte weg war. Auf einmal sah ich, gerade einmal einen Meter vor Attila ein stark beflogenes Erdwespennest, von wo aus auch schon ein Angriff gegen meinen Kleinen geflogen wurde. Ohne zu Zögern zog ich ihn weg vom Nest und schlug zugleich alle ankommenden Wespen weg. Zum Glück wurde keiner von uns beiden gestochen, so ging es dann weiter, bis wir am dritten und letzten Wundbett standen.
War ich bis dahin noch ziemlich ruhig, wurde ich jetzt wirklich nervös. Bis dahin ist alles super gelaufen, und es sind nur noch höchstens 300 Meter zum Stück. Ich dachte nicht mehr ans Durchfallen oder an ein "Irgendwie-Ankommen", sondern an einen Durchmarsch zum Stück, an einen 1. Preis und die Chance auf den Bundessuchen-Sieger. Ein Stück weit ging alles gut, auf einmal zog mein Attila auf einem Wildwechsel schräg links von der Fährte weg. Schon nach wenigen Metern merkte ich an seinem Benehmen, dass er nicht mehr auf der Fährte war.
Zum Glück hat mein Attila die Angewohnheit, bei getupften Fährten an den Stellen, an denen der frisch getränkte Tupfstock einen besonders deutlichen Schweißabdruck hinterlässt, zu verweisen. Eine solche Stelle hatte er mir auch vielleicht 20-30 Meter vor seinem "Ausflug auf der Verleitung" verwiesen. So nahm ich den Kleinen auf den Arm und trug ihn an der mir dicht gefolgten Richtergruppe vorbei bis zu dieser Stelle ab, wo ich selbst auf einem dort befindlichen Baumstumpf Platz nahm. Die Verleitung muss sehr frisch gewesen sein, denn mein Attila war ziemlich aufgeregt. Ich versuchte ihn durch Streicheln und Zureden zu beruhigen und reichte ihm etwas Wasser. Er schlabberte nur wenig, den Rest massierte ich ihm, da er sehr warm war, zwecks Kühlung in sein Fell ein. Dann ging es weiter, wieder auf der richtigen Fährte, und dann standen wir nach nicht einmal 100 Metern und 55-minütiger Arbeitszeit auch schon vor dem Stück. Wie wäre das ärgerlich gewesen, wenn wir uns so kurz vor dem Ziel noch einen Abruf eingefangen hätten. Aber nun war Attila nicht mehr zu halten. Er beutelte sein Stück und war glücklich dabei, und ich war es nicht minder.
Die Spannung dauerte dann noch an bis zum Abend. Zwar hatte mir der Richterobmann Wolfgang Ransleben noch am Stück beim Überreichen des Bruchs mitgeteilt, dass die Arbeit meines kleinen Attila mit einem 1. Preis bewertet wurde, über die Punkte schwieg sich das Richtergremium aber aus.
Dann kam der Abend und die Preisverleihung im Innenhof der Klosterabtei. Die Atmosphäre bei der Siegerehrung ist unbeschreiblich. In der Mitte liegen auf Brüchen aufgereiht die bei der Suche gefundenen Stücke, dahinter die Bläser. Gegenüber den Bläsern die Richter und Funktionsträger, links davon die Hundeführer und rechts die Zuschauer und Gäste.
Stimmungsvoll eröffnen die Jagdbläser, dann wird die Preisverleihung eröffnet. Die Richtergruppen besprechen der Reihe nach die Arbeiten der Gespanne und verleihen die Preise. Die Hundeführer werden innerhalb der Gruppe in der Reihenfolge ihrer Platzierung aufgerufen, die besten Gespanne zuletzt.
Zuerst die Gruppe 1: Hier haben es zwei Teams haben leider nicht geschafft, ansonsten ein 3. Preis, zwei 2. Preise. Nur ein Teckel in der Gruppe hat einen 1. Preis mit voller Punktzahl erreicht, Bundessuchensieger der Gruppe 1 ist Doktor von Rominten mit seinem Züchter, Besitzer und Führer Manfred Siekmann aus dem Landesverband Westfalen.
Dann kam die Gruppe 2, meine Gruppe. Ein Gespann ist leider nicht zum Ziel gekommen, drei 3. Preise und ein 2. Preis, als letzter in der Gruppe werde ich mit meinem Attila aufgerufen. Dass wir als einziges Gespann der Gruppe einen 1. Preis hatten, war uns schon vorher bekannt, denn die Hundeführer haben ihre Ergebnisse untereinander ausgetauscht. Bis dahin, also bis zur Preisverleihung war ich froh und glücklich über unser Ergebnis und dachte wegen der kleinen Unsicherheit und dem Abtragen kurz vor dem Stück nicht an die Möglichkeit, dass Attila Bundessuchensieger werden könnte. Jetzt kamen wir an die Reihe, und ich hörte "Attila", dann "1. Preis", und dann "100 Punkte, Bundessuchensieger". Ein Traum, von dem ich niemals geglaubt hätte, dass er Realität wird, ist erfüllt worden.
Dann kam die 3. Gruppe. Von fünf angetretenen Teckeln kam drei nicht zum Stück, die beiden anderen Gespanne hatten 100 Punkte im 1. Preis. Bundessuchensieger dieser Gruppe wurde Isidora vom Nord Wind mit ihrem Besitzer und Führer Oliver Dill aus Arnstadt in Thüringen. Auf dem 2. Platz mit ebenfalls 100 Punkten rangierte Erbse vom Lahntal mit ihrer Besitzerin und Führerin Anette Kitz aus Hanau, Landesverband Hessen.
Im Abschluss an die Preisverleihung an die Gespanne folgten noch einige Ansprachen, u.a. durch den langjährigen Prüfungsleiter Jochim Behring und durch den DTK-Präsidenten Dieter Honsálek, der in seiner Ansprache den Prüfungsleiter Jochim Behring aufgrund seiner Verdienste um die Bundessiegersuche mit der goldenen Ehrennadel des DTK auszeichnete. Neben den "professionellen" Rednern mussten dann auch die drei Führer der drei Bundessuchensieger einige Worte an die Corona richten. Diese gingen dem Sieger der Gruppe 1 noch recht flüssig von den Lippen, denn Manfred Siekmann ist ein alter Teckelmann mit langjähriger Erfahrung auch in Chorin. Anders war es bei Oliver Dill und mir, denn für uns beide war es nicht nur der erste Auftritt in Chorin, sondern überhaupt der erste große und zugleich kaum erwartete Erfolg. Und so war es denn auch nicht verwunderlich, dass wir kaum Worte finden konnten, so überwältigt waren wir von der ganzen Atmosphäre und auch von dem Ergebnis.
Aus den Ansprachen war neben aller Freude über eine wieder einmal äußerst gut gelungene Bundessiegersuche auch ein wenig Wehmut und Trennungsschmerz zu spüren, schließlich fand mit dieser letzten Chorinsuche eine 20-jährige Tradition ein Ende. Nun bedeutet jedes Ende auch ein neuer Anfang, und so wurde auch optimistisch in die Zukunft geblickt. Die Bundessiegersuche wird im nächsten Jahr - und vielleicht auch in den Folgejahren - vom LV Rheinland durch die Gruppe Aachen-Dreiländereck in der Nordeifel ausgerichtet.
Beendet wurde die Preisverleihung dann wieder stimmungsvoll durch die Berliner Jagdhornbläser, anschließend begab man sich dann zuerst zu einem kleinen Umtrunk am Prüfungsplatz, zu dem der DTK geladen hatte, der Abend endete dann wieder im Seehotel, wo auch schon der Begrüßungsabend stattfand.
Dabei fiel dann auch langsam die Anspannung und Aufregung von allen Teilnehmern ab, und es wurde noch ein ziemlich gemütlicher Abend in froher Runde. Da sich schließlich bei den meisten Teilnehmern aber dann doch bald die Anstrengungen des Tages bemerkbar machten und die Müdigkeit durch die in froher Runde hauptsächlich genossenen Erfrischungsgetränke aus Gerste oder Trauben verstärkt wurde und man zudem am nächsten Morgen den Heimweg antreten wollte, blieb nur noch ein kleiner harter Kern übrig. Ich selbst kann auch nicht mehr über das Ende des Abschlussabends berichten, da ich noch vollkommen überwältigt von den Erlebnissen des Tages die Abschlussfeier gegen 23 Uhr verließ. Zusammen mit meinen drei Teckeln und drei Flaschen Bier saßen wir dann noch gute zwei Stunden alleine in der Nähe unseres Hotels auf einer Parkbank am See, wo wir dann noch mal in aller Ruhe diesen gleichermaßen aufregenden wie auch einmaligen Tag Revue passieren ließen.
Fotos von der Bundessiegersuche - Beginn - tagsüber - Abschlussfeier mit Siegerehrung